Pink Tickets jetzt bei viagogo.de - Rock und Pop Konzertkarten bei viagogo
Live

THE DRUMS @ Molotow, Hamburg 01/06 2010

Don’t believe the hype?

6. Juni 2010 | Von Sven Dührkop | Kategorie: Live

Konzertreview 1
Zum ersten Mal spielten THE DRUMS am letzten Dienstag in Hamburg – in welcher Umgebung das Konzert stattfinden würde, war den Bandmitgliedern jedoch nicht bewusst. So zeigten sie sich sehr erstaunt über die Reeperbahn und die Anzahl der dazugehörigen tourismusförderlichen Etablissements. (Näheres dazu im bald folgenden ausführlichen Interview auf dieser Website!)
Weniger erstaunlich für die Band und alle Anwesenden war der Andrang auf die Anwärter auf den Titel „Hype des Monats“. Das Konzert war ausverkauft und das Erlebnis so begehrt, dass die zahlreichen Hoffnungen auf eventuelle Spontanverkäufe vor dem Molotow zum allergrößten Teil zunichte gemacht wurden. Erst einmal im Konzertkeller angekommen, bot sich dann auch kaum ein Durchkommen in den Saal, geschweige denn zur Bühne. Der Hype war also angekommen und die Frage nach dessen Berechtigung musste die Band ab 22 Uhr selbst beantworten.
Spätestens eine Stunde später gab es dann die Antwort: Überall lächelnde Gesichter und verschwitzte Menschen, die gerade noch mit den vier New Yorkern auf der Bühne zu „Let’s Kiss And Make Up“ von Saint Etienne getanzt hatten und nun selig den Weg nach draußen an die Luft suchten. Die Discoeinlage war die Zugabe, allerdings eher eine Verlegenheitslösung, da die Band keine weiteren Songs spielen konnte. Dies lag nicht daran, dass in einem Moment des Überschwangs Instrumente kaputt gegangen waren, oder dem Sänger die Stimme wegblieb – dies lag daran, dass sie einfach keine weiteren Lieder spielen konnten als die ungefähr zwölf, die sie an diesem Abend zum Besten gaben. Hierbei erwiesen sich THE DRUMS als ausgemachte Konzertstrategen. Bereits der zweite Song „Best Friend“ ließ das Molotow erbeben. Der eigentliche Gitarrist Jacob Graham sprang das Tamburin schlagend über die Bühne, der Sänger Jonathan Pierce unterstrich jede Silbe mit einer neuen Geste, während sich Adam Kessler und Connor Hanwick ausgleichend zurückhielten. Gerade die Bühnenpräsenz des Sängers beeindruckte und erinnerte an den jungen Morrissey – allerdings ohne Gladiolen. Wenn man sich Musikvideos von THE DRUMS anschaut, wirkt eben diese körperliche Ausdrucksweise von Jonathan Pierce stets ein wenig zu affektiert, auf der Bühne im Live-Erlebnis ergaben seine Zuckungen und ausschweifenden Bewegungen allerdings Sinn und passten zu der Musik und zum Gesamtbild der Band auf der Bühne. Dies kam auch beim Publikum an, das sich, wie die Band, von Song zu Song steigerte. Diese Euphorie kulminierte im leider durch einen Werbespot bekannt gewordenen Song „Let’s Go Surfing“ – in dem das sonst so unterkühlte und norddeutsch reservierte Hamburger Publikum vollends alle Hemmungen fallen ließ. Die das Lied begleitenden Jubelschreie waren wohl noch bis zum Hans-Albers-Platz hörbar und sind für die Nachwelt auch auf Youtube festgehalten worden. Ebenfalls das auf der EP „Summertime!“ erschienene, eigentlich recht getragene Stück „Down By The Water“ entwickelte live eine ganz besondere Atmosphäre und gehörte zusammen mit dem Überhit „I Felt Stupid“ zu den vielen Höhepunkten des Abends. Natürlich wurden neben den durch die EP bekannten Liedern auch neue Kompositionen vom ersten Album (VÖ: 04.06., siehe Rezension hier auf One In A Billion) in die Setlist eingefügt. Hier bestach vor allem „Book Of Stories“, in dem die ganze Qualität des Songwriting der Band offenbart wurde: eine sehr zurückgenommene Instrumentierung gepaart mit zuckersüßen Melodien, die eben dadurch so sehr viel effektiver sind. Schließlich bat die Bands das glücksselige Publikum zum Abschluss des Abends zum Tanz auf die Bühne – und das ließ sich nicht lange bitten, umarmte die Musiker, tanzte sich fünf Minuten lang noch einmal die Hacken wund und versuchte die New Yorker für Erinnerungsfotos eines erinnerungswürdigen Abends zu gewinnen.
Dass auch die Band den Abend genoss, war auf der Bühne bereits deutlich geworden. „I love you so much, I nearly don’t miss home.“, erklärte Jonathan Pierce, um dem Publikum sofort das darauf folgende Liebeslied zu widmen. Mindestens genau so verliebt in die Melodien und die Musiker verließen wohl die meisten Besucher das Molotow. Dort versicherte uns der Drummer Connor Hanwick noch, dass die Tanzzugabe noch nie zuvor stattgefunden hatte – also eine Hamburger Erfindung gewesen wäre. Es bleibt also eine großartige junge Band, ein erinnerungswürdiger Abend und ein großer Glückwunsch an das Verdienst der New Yorker, das sonst so schwierige Hamburger Publikum so begeistert zu haben.

Believe the hype (for once)!
Konzertreview 2

Tags

weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Security Code: