Live
ALKALINE TRIO + THREE CHORD SOCIETY @ Markthalle, Hamburg 18/05 2010
Das Erste-Sahne-Trio
4. Juni 2010 | Von Silke Winkler | Kategorie: Live
Zum ersten Mal in meinem Leben betrete ich die Hamburger Markthalle und bin gleich begeistert. Welch sinnvolle Architektur der Bühne und des Publikumraums dies ist. Mit absteigenden Stehplätzen, die an ihrem höchsten Punkt höher als die Bühne sind. Auf diese Weise kann jeder gut sehen und bequem stehen, und wer keine Lust hat, vor der Bühne zu Pogen, bleibt davon unberührt.
Die Vorband THREE CHORD SOCIETY spielte zu fünft sehr guten Pop-Punk und schaffte es bereits nach zwei Liedern die Menge zum Tanzen zu bringen. Schöner, leicht rotziger Gesang gepaart mit tanzbaren, punkig angehauchten Melodien. Mir gefielen sie sogar so gut, dass ich mir auch prompt das Album plus Single gekauft habe. Laut einem Bandmitglied sind auf der Single die neueren Stücke, die auch überwiegend an diesem Abend gespielt wurden. Selten erlebt man so eine gute Vorband, die auch noch ausgezeichnet zum Headliner passt.
Nach der üblichen Umbaupause kamen dann ALKALINE TRIO auf die Bühne und gaben von Anfang bis Ende Gas. Die Menge schien alle Lieder zu kennen. Abgesehen von den neuen Stücken wurden wohl auch sehr viele alte Hits gespielt, die sich auf den zahlreichen Vorgängeralben befinden. Obwohl es für mich das zweite ALKALINE TRIO Konzert war, habe ich lediglich das “Agony and Irony” Album zu Hause liegen und kannte somit leider nur wenige der alten Stücke. Trotzdem war es eine sehr schöne bunte Mischung und eine tolle Balance zwischen ruhigen und rockigeren bzw. punkigeren Liedern. Wenn man bedenkt, dass die Vorband zu fünft die Halle gerockt hat und eine unglaubliche Energie rüberbrachte, dann kann man sich vorstellen, was Alkaline Trio zu dritt leisten. Sie haben zu dritt einen unglaublichen Sound entwickelt, der ihre sehr markanten und tiefen Stimmen sehr gut zur Geltung brachte. Kein Wunder, dass diese Jungs erfolgreich sind. Doch nicht nur musikalisch gefallen sie, sondern auch menschlich. Wie auch schon bei Ihrem Auftritt im Grünspan zeigte das Trio seine Sympathie zum FC St. Pauli durch das Tragen von Fan Kleidung. Zum Finale tauschen sie ihre Plätze und plötzlich findet man den Schlagzeuger an Gitarre und Mikro. Erstaunlicherweise klappte das sehr gut. Der Schlagzeuger beherrschte dabei nicht nur die Grundgriffe an der Gitarre, sondern stellte ebenfalls seine stimmlichen Fähigkeiten unter Beweis und gab unter anderem ein Coverstück zum Besten. Erst zum endgültigen letzten Stück wechselten sie zurück in ihre eigentliche Aufteilung und gaben ihren absoluten Megahit “Radio” zum besten.
Abschließend kann ich nur sagen, dass das komplette Konzert, vom Eintreten in die Halle bis zum Verlassen des Konzertraumes, erste Sahne war.


