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Live

ZEBRAHEAD, ATTACK! ATTACK! & MC LARS @ Knust, Hamburg 25/04 2010

Wenn “Niveau” mal wieder zur Creme wird

26. Mai 2010 | Von Silke Winkler | Kategorie: Live

zebrahead

Eigentlich bräuchte ich gar keine Konzertreview schreiben. Aber was ich an diesem Konzertabend im Knust erlebt habe möchte ich niemandem vorenthalten.

In Vorbereitung auf den Abend haben Martin und ich uns zu Hause Videos von MC LARS angesehen, der als Support von ZEBRAHEAD auftreten sollte. Die Texte der Hip-Hop-Videos waren ja noch ganz okay. Er nahm alles und jeden auf den Korn und ist anscheinend gegen Scientology. Seine Videos sind witzig gemacht und auf jeden Fall unterhaltsam, wenn auch die Musik gar nicht meinem Geschmack entspricht. Doch live war er leider alles andere als gut. Jedes Lied klang gleich und mir ging sein Hip-Hop etwas auf die Nerven. Was ganz nett war, war die Abwechslung durch Gäste auf der Bühne. So kamen erst der Rapper, dann der Gitarrist von ZEBRAHEAD auf die Bühne und spielten mit MC LARS zusammen. Am Schlagzeug saß die ganze Zeit der Schlagzeuger von ZEBRAHEAD. Trotzdem haute mich die Performance nicht wirklich vom Hocker und so gingen wir gemütlich ein überteuertes, extra für das Konzert im Preis angehobenes Bier trinken. 3 EUR plus 1 EUR Pfand kostete der Spaß und zur Auswahl gab es Paulaner und ääh… Paulaner.

Nun gut. Gott sei Dank kamen als nächstes ATTACK! ATTACK! aus Wales, UK und brachten unsere gute Laune zurück. Zuletzt sahen wir die Jungs im Logo, als Vorband von FOREVER THE SICKEST KIDS. Damals wirkten sie schüchtern und verhalten, doch gestern Abend fühlten sie sich auf der Bühne pudel wohl. Sie schienen sich einiges von Zebrahead und anderen Mainstream-Bands abgeguckt zu haben und feuerten nun selbst das Publikum an. Zum Glück blieb es aber bei den Mitklatschaufforderungen. Meiner Meinung nach bildeten ATTACK! ATTACK! den Höhepunkt des Abends und gaben so gut wie jedes Lied ihrer EP zum Besten. Darunter Ohrwürmer wie „Honesty“ und „From now on“. Definitiv hörenswert und wenn die Band so weitermacht, haben sie gute Chancen noch größer zu werden.

Und dann kamen ZEBRAHEAD auf die Bühne. Die ersten Lieder waren echt gut und ich freute mich die Band mal live zu sehen. Sie bringen viel Energie mit und können sogar live die Melodieparts gut singen. Abgesehen von den Ska-Liedern war alles soweit nach meinem Geschmack. Doch ZEBRAHEAD bedienten jedes noch so kleine Klischee. Nicht nur die Mitklatschaktionen, die ich gerne verzeihe, sondern auch jede Art von Mosh Pit Aufrufen, bis hin zur Wall of Death war alles dabei. Irgendwann sollten sich sogar alle im Knust hinsetzen und bei drei aufspringen. Auch wenn ich kein Fan davon bin, muss man natürlich bei Bands wie ZEBRAHEAD damit rechnen. Doch auch Sprüche, die schnell auch mal unter der Gürtellinie sind, waren an der Tagesordnung. All das war aber noch nicht der Gipfel. Mir wurde es endgültig zu viel, als sie dann „Playmate of the year“ spielten und alle, inklusive der Zuschauer, „Muschi“ schrien. Irgendwie habe ich den Sinn dahinter nicht verstanden und ich finde es ehrlich gesagt nicht gut. Solche sexistischen Äußerungen haben auf der Bühne nichts zu suchen. Kein Wunder, dass die Jugend immer mehr verkommt, wenn es solche „Vorbilder“ wie Zebrahead gibt, die auf der Bühne kiffen, Mädels fragen, ob sie ihre „Titten“ anfassen dürfen und die Jungs „Muschi“ rufen lassen. Sorry, aber was hat das mit Musik zu tun? Schade, dass eine Band nicht ohne solche Peinlichkeiten auskommt. Als Vorbilder, die sie auf jeden Fall für die anwesend gewesenen Teenies zu sein scheinen, sollten sie sich doch etwas anders verhalten.
Ich habe noch nie in meinem Leben ein Konzert vorzeitig verlassen, aber an diesem Abend war das sogar schon zu spät.

Hier könnt ihr euch selber ein Bild davon machen: Zebrahead bei Youtube

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