Live
LIKE A STUNTMAN + XRFARFLIGHT @ Grüner Jäger, Hamburg 17/10 2009
Auch ohne Bassisten überzeugend
22. Oktober 2009 | Von Silke Winkler | Kategorie: Live![]()

Wenn man den Konzertraum im Grünen Jäger betritt, wirkt der Raum zuerst sehr klein, aber als sich dann die Leute darin versammelten, um XRAFARFLIGHT (siehe Foto) beim Eröffnen des Abends zu beobachten, passten doch deutlich mehr Menschen in den Raum als zuerst erwartet – bereits zu XRFARFLIGHT war das Konzert gut besucht.
Die zwei-köpfige Band fing in folgender Besetzung an: Daniel am Schlagzeug und Karsten an der Gitarre. Zwischendurch spielten sie allerdings noch unter anderem eine Orgel und eine Melodica. Das Erstaunliche bei den beiden ist, dass sie irgendwann während des Auftritts ihre Instrumente wechseln – so auch im Grünen Jäger. Auf einmal nahm Daniel eine Gitarre zur Hand, während sich Karsten auf die Orgel konzentrierte und danach war auf einmal Karsten hinterm Schlagzeug, während Daniel sich die Gitarre griff, Karstens Platz einnahm und sang. Man merkte zwar, dass Karsten etwas seltener hinterm Schlagzeug ist, trotzdem ließen die Songs nichts zu wünschen übrig. Im Gegenteil, selbst ihr zweistimmiger Gesang klang trotz gleichzeitigem Schlagzeugspielen sehr koordiniert und harmonisch. Die zwei erzeugten eine angenehme, mitreißende Atmosphäre, die viele Leute zum Tanzen bewegte. Die wenigen Fehler überspielten die beiden charmant mit ihrem Humor und machten den Abend so zu einem entspannten Event. Am Ende wechselten sie noch einmal zurück, sodass Daniel wieder am Schlagzeug saß und Karsten sich um Gitarre und Orgel kümmerte. Alles in allem sorgten sie für abwechslungsreiche, angenehme und anspruchsvolle Indie-Musik.
Nach einer kurzen Umbaupause waren dann LIKE A STUNTMAN an der Reihe. Auch diese Musiker haben anscheinend einiges drauf und bestimmt nicht ohne Grund bei Tapete Records unter Vertrag. Mit vielen Instrumenten und auch mehrstimmigen Gesang, der etwas roher klang im Vergleich zu XRFARFLIGHT, überzeugten sie viele Zuschauer. Gerade, wenn man Nils von der Astra Stube beim Tanzen zusieht, weiß man, die Band hat was. Für meinen Geschmack waren die Lieder etwas zu überladen mit Effekten und elektronischen Sounds. Aber wer das mag, ist bei LIKE A STUNTMAN definitiv an der richtigen Adresse. Auch wenn die Musik nicht ganz meine Richtung war, regte sie doch zum Tanzen an.
Am Ende war es ein sehr interessanter und gelungener Abend, den wir noch in der darauf folgenden Indie-Disco ausklingen ließen, dessen DJ dann aber leider nicht mehr überzeugen konnte. Mehrmalige halbminütige Pausen zwischen den Liedern UND „Kids in America“ sprachen nicht unbedingt für Jan Wigger und seine „Pretty Things“.
Fotos von

